Focke Museum
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Zwischen Daumenschrauben und Werftalltag
Das „Focke Museum“ im Bremer Ortsteil Schwachhausen ist die fraglos umfangreichste Sammlung hanseatischer Geschichte, die vom Originalkopf des Rolands (auf dem Marktplatz findet sich nur noch eine Replik) über Werft- und Automobilgeschichte, sakraler Kunst und Folterwerkzeugen bis zu Schiffsmodellen und Lebensmittelkarten nach dem II. Weltkrieg reicht. Der ausgeschilderte Rundgang durchläuft die Räume des Focke Museums chronologisch, während das separate Schaumagazin auf zwei Etagen seine unglaubliche Sammlung wesentlich bunter präsentiert. Von alten Waffen, Haushaltsgeräten, einem kompletten Zigarrengeschäft, mehr als 100 Jahre alten Gemälden von Persönlichkeiten der Stadtgeschichte, historischen Radios bis zu Kinderspielzeug und Kerzendocht-Scheren wird man von der Fülle der Exponate wahrlich erschlagen. Um die Ausstellung des Focke Museums hinreichend würdigen zu können, braucht es sicherlich mehrere Tage. Zusammen mit den landwirtschaftlichen Gebäuden des Außengeländes würde ich für einen orientierenden Rundgang realistisch etwa 2 bis 3 Stunden einplanen – ohne Frage eine beeindruckende Vorstellung der Bremer Landesgeschichte.
Museum mit viel Geschichte
Das Museum ist ideal in einem großen Park gelegen. Schwerpunkte sind die Bremer Landeskunde. Aus der Vergangenheit, über zeitgenössische Themen, gibt es sehr viel zu sehen. Etwas Besonderes ist das Schauhaus. Gut beschildert von A – Z, werden sehr viele verschiedene Themen mit Ausstellungsstücken ausgestaltet. Im Park ist außerdem ein Bauernhaus, eine Scheune und ein Gutshaus zu sehen.
1200 Jahre Bremer Geschichte spannend präsentiert
Das „Focke-Museum“ liegt etwas außerhalb der Bremer Innenstadt im Stadtteil „Riensberg“ und bietet als Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte in mehreren Gebäuden auf einem parkartigen Gelände einen breiten Überblick über das Leben in der Hansestadt. Gleich am Eingang wartet ein großer, steinerner Kopf auf die Besucher – das Original der Roland-Statue vor dem Rathaus. Nach mehr als 500 Jahren am Marktplatz machten die Umwelteinflüsse dem Original so zu schaffen, dass es vor weiterer Verwitterung gegen eine Replik ersetzt wurde und der Kopf des Rolands sich nun den warmen und trockenen Platz verdient hat. Die Ausstellung des Focke-Museums ist weitläufig und umfasst die unterschiedlichsten Exponate: In Bremen gefertigte Autos, Flugzeuge, Schiffsmodelle, Statuen, Modellhäuser, Möbel und Bilder, sakrale Kunstwerke aus dem Dom, alte Kontor-Bücher und feines Porzellan. Ein Highlight ist ein kompletter Rettungskreuzer im Innenhof, der bis 2005 seinen Dienst auf der Ostsee versah – die Zentrale der „Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“ befindet sich nämlich in Bremen und so erklärt sich auch der Bezug des Ausstellungsstückes. Das Focke-Museum begeisterte mich daneben noch mit der Umsetzung eines sehr interessanten Konzeptes: Da die Ausstellungsfläche nur einen Bruchteil der möglichen Stücke zeigen kann, hat man die Sammlung des Museums in einem zweistöckigen Schaumagazins untergebracht – unendlich viele Zeugen der Stadtgeschichte sind hier in einer maximal komprimierten Form zu besichtigen: Kinderspielzeug, historische Waffen und Folterwerkzeuge, Haushaltsgeräte, ein komplett eingerichteter Zigarrenladen der Jahrhundertwende, original CARE-Pakete aus der Nachkriegszeit, Schmuckkästchen, Schiffsmodelle, alte Fahrräder – es ist einfach erschlagend! Auf dem Außengelände des Museums sind als eigenständige Gebäude in der „Tarmstedter Scheune“ historische landwirtschaftliche Geräte zu besichtigen und mit dem „Haus Mittelsbüren“ sogar ein Bauernhof aus dem Jahre 1587, der einer Industrieansiedlung weichen musste und vollständig auf dem Museumsgelände wieder aufgebaut wurde. Der Besuch im Focke-Museum ist mehr als lohnend und der Rundgang auch für Kinder spannend und bestens geeignet.