Reisetippbewertung Ausflugsschiffe Adler

von



Noch nicht registriert
-
Aus: Deutschland
Alter: 61-65
Reisezeit: im April 17




Weiterempfehlung: Ja
Ø dieser Bewertung: 1.0

Angebotene und bezahlte Fahrt fiel ersatzlos aus

2016 und auch in diesem Jahr führt die Reederei "Adler-Schiffe" laut ihrer eigenen Website und der Tagespresse wieder Fahrten von Nordstrand, Amrum und Sylt aus zur Hochsee-Insel Helgoland durch, nachdem dieser Verkehrsweg viele Jahre gar nicht bedient wurde und man nur von Büsum, Cuxhaven oder Hamburg auf den roten Felsen gelangte. Zuletzt sind wir im Herbst 2005 mit den Adler-Schiffen von Sylt aus nach Helgoland gefahren und hatten uns nach so langer Zeit wieder richtig auf diese grandiose Tour gefreut. Da störte uns auch nicht, dass wir nur knapp 3 Stunden Aufenthalt auf "Lunn" haben werden bei fast ebensolanger An- und Abfahrt. Also haben wir online für die allererste Fahrt der Saison (am 10. 04.) gebucht und den Betrag von über 120 Euro angewiesen. Dieser wurde auch Ende März bereits abgebucht, mehrere Wochen vor der geplanten Reise. Nun fehlten uns noch die Übernachtung auf Sylt und die Anreise nach Sylt. Kostenpunkt dafür insgesamt ebenfalls ein dreistelliger Betrag. Auf der Insel angekommen, fanden sich überall Werbeprospekte, Aushänge, Flyer und auch riesige Plakate mit dem Aufdruck "HELGOLAND - AB 10. APRIL IMMER MONTAGS!". Doch dann folgte die böse Überraschung, mit der wir (als Sylturlauber sturm- und regenerprobt) nie gerechnet hätten, denn die Adler-Schiffe waren bisher immer ein guter Tipp für "Schietwetter", weil sie bei Wind und Regen fuhren: Am Morgen des 10. 04. (also am Tag der Fahrt selbst) wurde gegen 8 Uhr eine Nachricht verschickt, mit dem Inhalt, dass die Fahrt ausfallen würde. Am Infokiosk hieß es daraufhin, dass sowohl an diesem Montag als auch am darauffolgenden Dienstag sämtliche Strecken von der Adler-Express nicht bedient würden wegen Sturms. Diese Aussage stellte sich zum Teil als unwahr heraus, denn unsere Nachfrage bei anderen Urlaubern im Laufe der Woche ergab, dass die Schiffe am Dienstag sehr wohl (nach Amrum und Hooge bzw. Föhr) gefahren sind und lediglich die Helgoland-Tour am Montag nicht wie angekündigt durchgeführt wurde. Wir können nur mutmaßen: Vielleicht war man schlecht vorbereitet oder die Planungen der Reederei waren noch nicht abgeschlossen? Es existieren im Internet auch Reiseberichte von Amrum-Fahrten im diesjährigen April! Immerhin versprach man uns, das bereits für die (nicht stattgefundene) Fahrt bezahlte Geld zurückzuüberweisen. Auf den Kosten für Übernachtung und Anreise bleiben wir dagegen sitzen. Ich möchte dazu anmerken, dass es sicherlich immer zu unvorhersehbaren Ereignissen wie Schiffsausfall, Treibstoffmangel, Hoch- und Niedrigwasser oder Unwettern kommen kann, die einen Ausfall einzelner Angebote nötig werden lassen. Die Reisenden jedoch erst am Morgen der Fahrt (und nicht bereits am Abend zuvor, wo man als langjährige, erfahrene Reederei anhand der Wettervorhersage hätte wissen können, ob die Durchführung möglich ist oder nicht) darüber zu informieren und die Reise so kurzfristig abzusagen, dass auch kein Umplanen für uns mehr möglich war, ist höchst unprofessionell und nur noch ärgerlich. Ein verlorener Tag für uns und unnötige Kosten für die Unterkunft und die An- und Abreise nach Sylt bleiben als Erinnerung. Zudem ist es Aufgabe der Reederei, dafür zu sorgen dass entsprechendes Material / Schiffe zur Verfügung stehen, um eine Fahrt auch bei etwas stärkerem Wind (laut Wetterbericht Windstärke 5 bis 6 am Montag) durchführen zu können. Klappt das nicht, ist das das Versagen der Reederei und nicht des Kunden. Warum also sollen die Reisenden dafür "büßen", wenn das Schiff offenbar nicht hochseetauglich ist? Wir waren früher mehrfach auf dem roten Felsen (auch bei Windstärke 5) und uns ist durchaus bewusst, dass auf Helgoland eine rauhe See herrschen kann, doch andere Betreiber wie die Wyker Dampfschiff Reederei oder Cassen-Eils haben damit offensichtlich keine Probleme und fahren auch bei Windstärke 5 oder 6 noch. Zudem war es am Mittwoch, 12. April wesentlich ungemütlicher als am Montag, an dem sich zuweilen sogar die Sonne blicken ließ. Wenn man als Urlauber befürchten muss, dass es ab einer "steifen Brise" bereits zu einer Havarie kommen könnte, hat man ein eher ungutes Gefühl, auch wenn die Fahrt dann derart spontan "ins Wasser fällt". Als Unverschämtheit empfanden wir den Hinweis auf unsere Frage nach einem Ersatztermin für die enttäuschten Gäste, wo man uns Montag, den 17. April anbot. Also hätten wir abreisen und wieder anreisen dürfen und dafür erneut eine Nächtigung suchen dürfen, natürlich auf eigene Kosten. Und wer garantiert uns, dass das Schiff am 17. April dann auch tatsächlich fährt oder gefahren ist? Wir wissen von früheren Aufenthalten an der Nordsee, dass die "Adler-Express" über rund 400 Sitzplätze verfügt und für die geplante Fahrt am 10. April laut Aussage der Mitarbeiter zu "zwei Dritteln" ausgebucht war. Wenn das stimmen sollte, kann man darüber, dass es keinerlei Ersatz-Angebot gab, nur den Kopf schütteln. Eine Firma, die mehr als 200 Kunden, darunter sicherlich auch Rentnern oder Familien mit Kindern, den Urlaub auf diese Weise vermiest und es als ausreichend erachtet, ihnen mit einer Nachricht zwei Stunden vor der geplanten Abfahrt mitzuteilen, dass das Schiff nicht fährt, hätte eigentlich eine Null-Sterne-Bewertung verdient. Den einen Stern gibt es nur, weil man uns immerhin versprochen und versichert hat, die über 120 Euro für die (ausgefallene und bereits zuvor bezahlte) Schiffsfahrt wieder gutzuschreiben. So sparen wir uns wenigstens die Kosten für den Anwalt und einen langwierigen Prozess wegen Unterschlagung oder Betrugs. Nun warten wir also auf unser Geld (unsere Bank sitzt in München, die Reederei in Norddeutschland und der Bezahldienst über den die Buchung lief in Luxemburg) und träumen in Gedanken von der Insel Helgoland, die wir (beide schwer erkrankt) wohl nicht mehr wiedersehen werden. Vielen Dank an die Reederei der "Adler-Schiffe" für diese hervorragende Organisation. Das Geld für die viele Werbung der Helgoland-Fahrt hätte man wohl besser in eine vernünftige, hochseetaugliche Ausrüstung gesteckt. Oder war etwa die Crew nur seekrank oder hatte keine Lust an einem Montagmorgen früh aufzustehen? Man kann nur mutmaßen. Sich eine Dienstleistung vorab finanzieren zu lassen, diese aber ohne jeglichen Ersatz (es gab nicht einmal einen Gutschein für eine Fahrt zu den Seehundsbänken oder eine Happy-Hour-Fahrt) zu streichen, grenzt in unseren Augen schon an Dummenfang der Urlauber vom Festland. Dann sollte man als Firma besser darauf verzichten, Fahrscheine im Internet mit einem Onlineshop gegen Vorkasse anzubieten. Zudem wäre ein Hinweis auf den Plakaten, in den Broschüren und vor allem bei der Internetbuchung angebracht, dass der Kauf auf eigenes Risiko und ohne Gewähr stattfindet und die Durchführung der Fahrt nicht gesichert ist! Ein Satz wie: "Findet nur bei Sonnenschein und ruhiger See statt" wäre dringend anzuraten! Wir raten nicht generell von den Adler-Schiffen ab, da wir in der Vergangenheit oft auch sehr gute Erfahrungen mit ihnen gemacht haben. In den letzten Jahren wurde allerdings das Angebot stetig ausgedünnt (vor allem in List auf Sylt), Schiffe wurden an die Ostseeküste (vor allem nach Polen) verlegt, um "neue Märkte" zu erschließen und mit dem Kundenservice und der Freundlichkeit ist es seit etwa 2011 auch nicht mehr besonders weit her. Es steht nun jedem Touristen schließlich frei, sich selbst zu überzeugen. Jeder Nordsee-Urlauber kann sich gern bei einem "Törn" ein Bild dieses Betriebs machen, aber rechnen Sie bitte damit, dass Sie mit der Fahrkarte in der Hand am Hafenbecken stehen und das Schiff niemals kommt. Wir können in jedem Fall nur davor warnen, vorab zu buchen und Geld für Fahrten zu überweisen. Dann lieber bar am Kiosk bezahlen, wenn Sie das Boot bereits sehen können. Abschließend sei noch anzumerken, dass die Reederei "Adler-Schiffe" auf ihrer Homepage und in ihrem Verkaufsstand zwar einen "innovativen Kundenservice, bei dem Sie Lob und Kritik bereits an Bord der Adler-Schiffe loswerden können" anbietet und man darauf hinweist: "Auch nach Ihrer Fahrt können Sie hier online ganz unkompliziert Ihre Fahrt bewerten!". Was man jedoch macht, wenn die Fahrt, wie in unserem Fall geschehen, gar nicht erst stattfindet, steht dort nicht! Wie also soll man eine solche Enttäuschung bewerten?


War die Bewertung für Sie hilfreich? Ja Nein

Bewertung

    Gesamtnote
    1.0
    Sonnen