Wie schon ein altes Sprichwort sagt: „und dann gingen ihnen die Augen auf“
Gratisreisen und andere Angebote
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geschrieben 1663654570775"Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich"
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geschrieben 1663695323795
@pusteblumeao sagte:
Meine Mutter hat von oben genanntem Reiseveranstalter (nach meiner Recherche ein türkischer Anbieter) ein Angebot für eine 8tägige Reise für 2 Personen nach Cappadokien und Antalya bekommen. Inklusive sind Flug, deutschsprachige Reiseführung, Hotel, Vollpension, Ausflüge mit Eintritt, privates Fahrzeug mit Chauffeur usw.
Einzige Bedingung: Vorführen der neuesten Teppich- und Schmuckkollektionen.
Reisezeit wäre September oder Oktober.
Ich lege hier da Angebot nochmal aus, weil ich mir bewusst bin, welche Endorphinausstöße es beim "Erwählten" auslösen dürfte.
Vermutlich kann der Anbieter den Flug nicht merklich vergünstigt erwerben (zumal zu dieser Reisezeit!), daher rechne ich allein für das epische Angebot mit etwa 600 - 700€ Kosten pro Person, falls sehr einfache Unterkünfte gewählt werden.
Der "private Fahrer" dürfte nicht etwa für ein selbstgewähltes Ziel zur Verfügung stehen, vermutlich kachelt er die potenziellen Käufer ggf. zur Verkaufsstätte und (vielleicht?) wieder zurück ins Hotel, sofern ein Kauf abgeschlossen werden konnte.
Wohin führen wohl die "Ausflüge mit inkludiertem Eintritt"?
Bleibt der Flug "gratis" von jeglichen Flughäfen? Wurde das irgendwie spezifiziert?
Meine Meinung: Das wird ein Fass ohne Boden bei Gebrauch. Unüblicher Weise spreche ich eine Warnung davor aus ...
Moderator*in im Reiseforum für die Bereiche Allgemeine Fragen und Reiseveranstalter/ Im Auftrag der Admins. "When a clown moves into a palace he doesn´t become a king, the palace becomes a circus." (Türkisches Sprichwort) -
geschrieben 1663696585284
@sonja-22 sagte:
Da muss man standhaft bleiben!!
Sportliche Ansage ...
Du verstehst vielleicht nicht, dass für dich nicht Habitat VIP als Veranstalter auftritt, sondern dein Vertragspartner im Falle einer Buchung die Firma ist, die dich "einlädt".
Hier mal einer der interessantesten Passus aus den AGB:
8.Nicht in Anspruch genommene Leistungen
Soweit die Reise angetreten wird, aber die gebuchten Leistungen nicht vollständig in Anspruch genommen werden, werden der vereinbarte Reisepreis und eine zusätzliche Stornogebühr in Rechnung gestellt. Die Höhe der Stornogebühr richtet sich nach dem Reisepreis pro Person und wird mit dem Veranstalter vertraglich festgelegt. Der Veranstalter verpflichtet sich den Reisegast schriftlich auf die Stornogebühr hinzuweisen.
Soviel zu deiner Zuversicht, mit Standhaftigkeit schon für umme unterwegs sein zu können ...
Es gibt übrigens noch weitere sehr aufschlussreiche Passus in den AGB, mit seriös hat das m.E. wahrlich nichts zu tun.
Auftraggeber ist im vorliegenden Fall wohl Perge Juwelier (oder wie auch immer sie heißen) und nicht etwa Sonja 22, die ggf. die genauen Bedingungen der Gratisversion gelesen haben sollte um nicht ganz böse erweckt zu werden.
(immerhin ist festgelegt, dass Habitat VIP dich über Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären hat ... spooky!)
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Dabei seit: 1096243200000Beiträge: 31445Administrator Zielexperte/in für: Nilkreuzfahrten Nil-Regiongeschrieben 1663699262341 , zuletzt editiert von Ahotep
Auftraggeber ist der Juwelier/Teppichhändler und der möchte natürlich seine "Gratisreise" um ein vielfaches vergoldet haben. Ich hole Dich hierher und Du möchtest dann bitte diverses Geschmeide und den Teppich als Ausgleich bei mir kaufen. Das ist der Sinn der Reise und man kommt nicht mal einfach so weg und kann diese ellenlangen Programmpunkte überspringen.
Unterm Strich ist eine regulär gebuchte Rundreise preiswerter und auch erholsamer.
Mit solchen Verkaufsreisen haben sich doch schon die gängigen TV Formate befasst und gewarnt.
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geschrieben 1663700614818 , zuletzt editiert von vonschmeling
Richtig, Ahotep - der Besteller der Leistung ist nicht der Reisende sondern der, der die "Einladung" ausspricht.
Daher habe ich ja die Bestimmungen hier gepostet, salopp formuliert könnten erhebliche Beträge für die "Standhaftigkeit" an den Eingeladenen durchgereicht werden - das wird in den vertraglichen Vereinbarungen zwischen dem "Beschenkten" und dem "Gastgeber" sicherlich auch definiert werden.
Insofern mein Rat, wirklich jeden Buchstaben der Einladung (verstehend!) zu lesen ... sonst kann das wirklich mächtig in die Buxen gehen.
Moderator*in im Reiseforum für die Bereiche Allgemeine Fragen und Reiseveranstalter/ Im Auftrag der Admins. "When a clown moves into a palace he doesn´t become a king, the palace becomes a circus." (Türkisches Sprichwort) -
geschrieben 1663753116084
Kurz gesagt - ab damit unter P in die Senkrechtablage!
LG
Sokrates
Egal welche Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Nationalität - ich habe mit fast keinem Menschen Probleme. Probleme habe ich nur mit A....löchern! -
geschrieben 1738771872388
Die Spielregeln sollte man schon vor Reiseantritt nicht nur kennen, sondern auch akzeptieren...man ist wie in jedem Urlaub auch als Gast dort, nicht als Stadthalter. Die Gepflogenheiten bspw. in der Türkei sind nun einmal so wie sie sind.
Es gibt wie immer mehrere Möglichkeiten.
Wer einen billigen Türkeiaufenthalt haben möchte, soll das ruhig "mitnehmen". Dann muss man eben täglich einen gewissen Druck aushalten und auf die eine oder andere Annehmlichkeit oder Freundlichkeit verzichten.
Wer sich vorstellen kann einen Reisepreis eben durch Konsum zu bezahlen und entspannt herangeht oder bleibt, der kann dabei sogar Spaß haben. Man muss nur klaren Verstandes handeln, denn wie hier schon mehrfach geschrieben, haben die Kaufleute auch dort nichts zu verschenken. "Leben und leben lassen" trifft's wohl am besten.
Das heißt natürlich, dass HANDELN nicht nur notwendig ist, sondern dazu gehört und sogar erwartet wird.
Wenn man gut ist und stets freundlich und entspannt bleibt, kann man Gegenstände zu realistischen Preisen erwerben, und manchmal ein Schnäppchen machen.
Es gibt eine Faustregel. Der Händler nennt Dir einen Preis, welcher i.d.R. doppelt so hoch ist, wie der letztlich aushandelbare Verkaufspreis.
Das heißt, wenn er bspw. 5.000 Euro sagt, sollte man ca. 2.500 zum Verhandlungsziel setzen. Ganz wichtig ist dabei, das angedeutete Kaufinteresse bei der Nennung des Einstiegspreises durch Resignieren oder Weitergehen auszudrücken. Die kommen Dir alle hinterher...
Unsere Erfahrung: Bei Schmuck haben wir sie ablaufen lassen. Bei Uhren haben sie scheinbar fast alle westlichen Nobelmarken. Ich habe ihm erzählt, dass ich aus dem Osten komme und für mich eine Uhr nur dann eine Uhr ist, wenn "Glashütte" drauf steht... Wer dort als Laufkundschaft einen Chronometer als Wertanlage für den Safe kauft, dem kann man eh' nicht helfen.
Bei Leder (3 Teile) lagen wir am Ende deutlich unter der Hälfte.
In der Teppichabteilung wurde es richtig spannend. Natürlich waren wir von dem ganzen Bamborium einigermaßen beeindruckt, wollten aber NIE einen Teppich kaufen.
Den Letzten, der ausgerollt wurde, entlockte uns allerdings ein BOAH, EY... und ich wollte ihn wenigstens mal anfassen. Das war der Einstieg in ein Verkaufsgespräch, an das wir uns noch heute gern erinnern, weil's auch einfach Spaß gemacht hat. Qualität, Preis, Zertifikat, Lieferung incl. Zoll bis hin zu Pflegetipps ... alles gut. Er liegt bei uns im Wohnzimmer direkt vor einer Glasfront und ist im Sommer auch direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Wir haben seit knapp 15 Jahren unsere Freude daran.
So kann's also auch gehen...
Es gehören immer mindestens 2 zu einem Geschäft und es ist immer dann ein Gutes, wenn alle Beteiligten zufrieden sind.
Viel Spaß ... oder eben Finger weg ...