• Lexilexi
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    geschrieben 1193388155000

    habe gestern abend eine interessante diskussion im tv erlebt(n24). hans-joachim kernchen zu gast bei michel friedmann (kernchen=gdl vorsitzender des bezirks berlin-sachsen-brandenburg)

    auf die frage hin, ob der streik beigelegt würde, wenn es tatsächlich eine lohnerhöhung von den geforderten 31% gäbe, gab kernchen die antwort: nein.

    denn es geht hauptsächlich darum, dass die gdl einen eigenen tarifvertrag fordert.

    es geht primär nicht um die interessenforderung der lokführer, denn die würden sich mit der lohnerhöhung zufrieden geben.

    es geht einzig und allein um machtgehabe.

    und das wird auf dem rücken von millionen pendlern ausgetragen.

    das kann ich nun nicht mehr verstehen.

    Das "F" in Montag steht für Freude.
  • maran-08
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    geschrieben 1193388910000

    @HHBenfica

    ich mach' mir keine Gedanken darum, ob ein Kunde König sein sollte oder nicht. Darauf kommt es gar nicht an.

    Jeder Angestellte in einem Dienstleistungsunternehmen "vertritt" sein Unternehmen und das Unternehmen verlangt zu Recht, dass die Angestellten freundlich zu Kunden sind, und zwar auch in schwierigen Situationen.

    Wenn Du Kunden zitierst, die pöbeln, schreien oder persönlich werden, dann versuchst Du, die Ausnahme zur Regel zu machen.

    Ich bin auch in einem Dienstleistungsunternehmen tätig und habe seit 24 Jahren tätigkeitsbedingt ständig mit schwierigen Menschen zu tun. Von diesen schwierigen Menschen bleiben die meisten wenigstens sachlich, aber in meiner Tätigkeit ist es absolut keine Ausnahme, mit beleidigenden, pöbelnden und vor allem schreienden Menschen zu tun zu haben. Einige davon schrecken auch nicht zurück, handgreiflich zu werden, PKW's zu verkratzen, Reifen zu zerstechen. Auf einen Kollegen wurde auch schon geschossen. In meinen 24 Jahren bin ich erst ein einziges Mal (für meine Verhältnisse) "kontrolliert" unhöflich geworden (und ich habe es genossen !!). Und das erwartet unser Unternehmen auch von uns und die Behörden und Gerichte, mit denen wir zu tun haben, erwarten das auch. Dagegen ist der Stress, den Bahnbedienstete angesichts eines Streiks, der aus dem eigenen Haus kommt, ausgesetzt sind, als sehr gering einzuschätzen.

    Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass Lokführer mehr verdienen. Generell halte ich ein Einkommen von ca. 2.000 Euro (brutto) für nicht gerade sehr hoch. Das gilt auch für andere Berufsgruppen, denn jeder muss leben und einkaufen. Aber den Gedanken, Lokführer näher an das Gehalt von Piloten zu rücken, halte ich für eine völlige Verkennung der Situation. Ich weiß auch gar nicht, ob Du Recht hast, wenn Du sagst, dass der Unterschied zwischen Gehältern eines Taxifahrers und einem Lokführer größer werden soll. Das Gehalt eines Taxifahres ist in den letzten Jahren immer geringer geworden, dabei ist der Taxifahrer, der sich z.B. in Großstädten täglich durch ein Verkehrsgewühl hangeln muss, einem großen Stress ausgesetzt.

    Alle möchten mehr verdienen, aber keiner will oder kann es bezahlen.

    Ich habe eine große Zeitungsanzeige der Bahn gelesen, in dem das Angebot der Bahn erläutert wird. Diese Erläuterung geht sicherlich nicht so ins Detail. Bei jeder Tariferhöhung geht es nicht nur ums Geld, in der Regel sind immer auch andere Dinge damit neu geregelt. Das in Deutschland ein Trend besteht, die Arbeitszeiten ohne vollen Lohnausgleich wieder zu verlängern, ist kein Geheimnis. Das Angebot 10 % ist gar nicht so schlecht. Man hätte wirklich in drei Jahren wiederkommen können. Im Augenblick schadet man nur dem Unternehmen und dem eigenen Ruf sowie dem Ruf der Gewerkschaft. Das ist taktisch einfach unklug.

    Ich wäre froh, wenn mein Tarif sich um 10 % erhöhen würde. Die anderen Dinge, wie Arbeitszeit, Überstünden etc. kommen sowieso. Das ist in meinem Betrieb und in vielen anderen Betrieben schon seit einigen Jahren so.

    Gruß, Hardy

  • Brigitte
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    Beiträge: 4247
    geschrieben 1193389506000

    @Holzmichel sagte:

    Könnte und dürfte die Bahn nicht ganz einfach damit "kontern", dass sie alle ihre Lokführer zu Beamten macht und somit jeglichen Streiks die Grundlage entzieht ??

    Erwin

    Lokführer waren früher Beamte. Nach der Bahnreform gabs dann "nur noch "Angestellte.

    Mal allg. zur Ausbildung des Lokführers!

    Die Tochtergesellschaften der Deutschen Bahn und private Eisenbahnverkehrsunternehmen beschäftigen heute nach der Bahnreform ausgebildete Triebfahrzeugführer als Angestellte. Eine abgeschlossene Lehre in einem technischen Beruf ist wieder erforderlich. Seit 1997 gibt es nunmehr die dreijährige Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst mit den Fachrichtungen Fahrweg und Lokführer und Transport. Diese Berufsausbildung soll verhindern, dass der Beruf des Lokomotivführers zu einem Anlernberuf degeneriert. Seit dem 14. Dezember 2004 ist es beispielsweise nun für die Qualifizierung zum Lokführer ein Realschulabschluss vorgeschrieben. Die Ausbildung für Lokomotiven, nur für eine Baureihe, dauert zwei Monate länger. Bei der Österreichischen Bundesbahn dauert eine Triebfahrzeugführer-Ausbildung beispielsweise 48 Wochen. Bei den Schweizerischen Bundesbahnen dauert die Ausbildung 1 Jahr.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Lokf%C3%BChrer

    @Lexilexi sagte:

    .............

    es geht primär nicht um die interessenforderung der lokführer, denn die würden sich mit der lohnerhöhung zufrieden geben.

    es geht einzig und allein um machtgehabe.

    und das wird auf dem rücken von millionen pendlern ausgetragen.

    das kann ich nun nicht mehr verstehen.

    meine Vermutung schon die ganze Zeit.

    Die Leute wären mit diesen 10% schon lange zufrieden, was jetzt noch kommt ... "würde mir (als Lokführer) nur Angst machen".

    Nicht auf das, was geistreich, sondern auf das, was wahr ist, kommt es an. *Albert Schweitzer*
  • HHBenfica
    Dabei seit: 1129766400000
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    geschrieben 1193402786000

    @Hardy01 sagte:

    @HHBenfica

    Wenn Du Kunden zitierst, die pöbeln, schreien oder persönlich werden, dann versuchst Du, die Ausnahme zur Regel zu machen.

    Ich bin auch in einem Dienstleistungsunternehmen tätig und habe seit 24 Jahren tätigkeitsbedingt ständig mit schwierigen Menschen zu tun. Von diesen schwierigen Menschen bleiben die meisten wenigstens sachlich, aber in meiner Tätigkeit ist es absolut keine Ausnahme, mit beleidigenden, pöbelnden und vor allem schreienden Menschen zu tun zu haben. Einige davon schrecken auch nicht zurück, handgreiflich zu werden, PKW's zu verkratzen, Reifen zu zerstechen.

    Die Ausnahme ist alltäglich. Das habe ich selber jahrelang in bestimmten Branchen erlebt. Auch in meines jetzigen Branche, werden Einsatzleiter auch mal gerne beschimpft. Diese haben allerdings die Möglichkeit in solchen Fällen einfach aufzulegen. Das wird von der GL so auch akzeptiert. Auch unfreundliche Dienstleister sind eher die Ausnahme. Es kommt einen nur viel mehr vor. Ein Kunde erzählt von einem positiven Erlebnis vielleicht 2-3 Personen davon, von einem negativen bis zu 15 Personen!

    @Hardy01 sagte:

    Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass Lokführer mehr verdienen. Generell halte ich ein Einkommen von ca. 2.000 Euro (brutto) für nicht gerade sehr hoch. Das gilt auch für andere Berufsgruppen, denn jeder muss leben und einkaufen. Aber den Gedanken, Lokführer näher an das Gehalt von Piloten zu rücken, halte ich für eine völlige Verkennung der Situation. Ich weiß auch gar nicht, ob Du Recht hast, wenn Du sagst, dass der Unterschied zwischen Gehältern eines Taxifahrers und einem Lokführer größer werden soll. Das Gehalt eines Taxifahres ist in den letzten Jahren immer geringer geworden, dabei ist der Taxifahrer, der sich z.B. in Großstädten täglich durch ein Verkehrsgewühl hangeln muss, einem großen Stress ausgesetzt.

    Alle möchten mehr verdienen, aber keiner will oder kann es bezahlen.

    Viele Taxifahrer arbeiten nebenberuflich. Einige haben eriträische Kunstlitaratur(oder ähnliches ;) ) auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung studiert und sind deshalb jetzt Taxifahrer. Des weiteren sind diese i.d.R. abends zu Hause, im Gegensatz zu den Lokführern, die nicht im S-oder Regionaldienst arbeiten. Von "höhere Löhne zahlen können", kann keine Rede sein. Die Unternehmen haben noch nie soviel Gewinne gemacht, wie derzeit. Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer. Wie ein Schweizer Professor für Wirtschaft im TV vor kurzen gesagt hat. Wenn die Wirtschaft ethische Grundsätze, wie eine gerechte Bezahlung nicht mehr einhält, muss sie sich nicht wundern, dass immer mehr Leute das derzeitige System in Frage stellen. Dazu zählen auch die "Nicht-Ethik" bei den extrem überproportional steigenden Gehälter der oberen Manager, Vorstände etc.

    @Hardy01 sagte:

    Das in Deutschland ein Trend besteht, die Arbeitszeiten ohne vollen Lohnausgleich wieder zu verlängern, ist kein Geheimnis..

    Genau und diesen Trend muss man brechen. Es gibt keinen Grund dazu.

    (Das Argument der Gewerkschaften, das immer weniger Arbeitszeit, die Arbeitslosigkeit abbaut, ist allerdings falsch)

    Die angeblich hohen Lohnkosten, werden durch die geringe Stückkosten in Deutschland wieder aufgefangen, so dass Deutschland in der Produktivität im weltweiten Vergleich ganz oben steht. Es ist schon so, dass skandinavische Firmen nicht mehr nach Polen etc. gehen, sondern ins Billiglohnland Deutschland. Die Firma Tulip (Wursterzeugnisse) ist ein Beispiel. Des Weiteren bewegt sich die Lohnspirale in Deutschland nach unten. Am besten finde ich auch noch diesen Kombilohn. Der Steuerzahler der halbwegs akzeptabel verdient, soll auch noch die Hungerlöhne der Dienstleister oder etwas weniger der Industrie subventionieren, damit diese ihre Gewinne weiter steigern können. Mir wäre nicht bekannt, dass die Skandinavier alle lange Haare hätten, weil sie sich keinen Friseur mehr leisten können oder das Einbrecher oder Räuber leichteres Spiel haben, weil die Firmen die Sicherheitsleute nicht mehr bezahlen können, weil diese da mehr als die teilweise tariflich(!!!!) 4,50 Euro pro Stunde in Deutschland bezahlt bekommen.

    @Hardy01 sagte:

    Ich wäre froh, wenn mein Tarif sich um 10 % erhöhen würde. Die anderen Dinge, wie Arbeitszeit, Überstünden etc. kommen sowieso.

    Das kommt sowieso.... lasse ich nicht gelten. Das kommt sowieso, weil die Leute sich nicht vernünftig wehren wie in anderen Länder(z.B. Frankreich) oder Skandinavien, wo vermindert noch der Grundsatz Eigentum verpflichtet gilt. Irgendwann wundern sich dann die Leute, weshalb die NPD dann 40% hat und die Linke bundesweit 30%.

    Winston Churchill hat mal sinngemäß gesagt, "die Deutschen sind ein komisches Volk. Entweder, man hat sie auf den Knien oder an der Gurgel". Er hat Recht damit! Die goldene Mitte gibt es hier nicht.

  • Lapislazuli
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    geschrieben 1193404117000

    @Hardy01 sagte:

    Lapis, ja und auch nein. Den größten Teil des Streiks bekommen die Bahnreisenden mit, nicht das Bahnpersonal. Es sind schließlich die Kollegen der Zugbegleiter, die streiken. Und weißt Du was ? Ich erwarte einfach, dass Dienstleistende freundlich sind, das gehört zu deren Job. Was wäre das für ein Dienstleistungsunternehmen, das mit seinen Kunden unfreundlich umgeht ? In jedem Beruf, in dem man mit Kunden zu tun hat, muss man freundlich sein, und zwar auch, wenn die Kunden vielleicht schlecht gelaunt sein, weil ein Teil der Belegschaft des Dienstleistungsunternehmens gerade mal die Kunden verprellt, weil sie streiken.

    Dass es in einer solchen Situation für Zugbegleiter oder das Bahnhofspersonal nicht immer einfach ist, ist verständlich. Aber ich kann auch erwarten, dass Personal freundlich ist, wenn die Situation mal nicht einfach sondern schwierig ist.

    Ach Hardy...

    was können denn die Zugbegleiter dafür, dass ihre "Kollegen" streiken? Die haben doch nun wirklich -außer jede Menge Ärger- überhaupt nix davon. Und das wissen einige Bahnreisenden nicht einmal!

    Erst vor 14 Tagen habe ich beobachtet, wie ein Zugbegleiter aufs böseste beschimpft wurde, weil ein Gast aufgrund der Verspätungen, die sich eben auch auf den Fernverkehr auswirken, irgendwo seinen Anschlusszug nicht bekommen hat. Der ganze ICE war kurz vor der Revolte.

    Was da gerade abgeht, ist nicht mehr normal und hat mit der erwarteten "Freundlichkeit eines Dienstleisters" nicht mehr viel zu tun. Die Jungs und Mädels machen grad einen Knochenjob, denn sie "kämpfen" unmittelbar an der Front, müssen mit dem Ärger der Reisenden klarkommen, versuchen aber trotzdem, das Beste daraus zu machen- und das möchte ich anerkennen.

    Meine Begeisterung hält sich auch in Grenzen, wenn ich für eine Strecke, die unter "normalen" Umständen in 6 Stunden erledigt ist, 12 Stunden unterwegs bin, die ich zum großen Teil wartend auf Bahnsteigen verbringe und dadurch noch irgendwelche Termine verpasse. Ärgerlich! Auf der anderen Seite halte ich es nicht für selbstverständlich, dass ein Mitarbeiter der Bahn auf mich zugeschossen kommt und mir meinen Trolly in den Zug hebt und mir den noch bis zu meinem Sitzplatz bringt. Oder, dass ich vom Zugpersonal kostenlos mit Wasser, Kaffee oder was auch immer versorgt werde, um mich ein wenig für den Ärger zu entschädigen.

    Was sich die Zugbegleiter im Moment stellenweise anhören müssen, der Dauerstress, dem sie jeden Tag begegnen, der Ärger und die Belastung, die sie durch die Streiks ihrer Kollegen haben... das muss man erst einmal so gut bewältigen! Deswegen: Hut ab!

    Übrigens: ich bin auch Dienstleister (nein, nicht bei der Bahn! ;) ) und als Selbstständige mit dem Thema "Kundenfreundlichkeit" täglich konfrontiert. Vielleicht kann ich gerade deshalb die Leistung der Zugbegleiter realistisch würdigen. Solche Mitarbeiter kann man sich nur wünschen!

    Grüssle

    Lapis

    Die Frage ist niemals "wohin?", die Frage ist immer nur "wann?".
  • maran-08
    Dabei seit: 1179964800000
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    geschrieben 1193404812000

    @HHBenfica sagte:

    Die Ausnahme ist alltäglich. Das habe ich selber jahrelang in bestimmten Branchen erlebt. Auch in meines jetzigen Branche, werden Einsatzleiter auch mal gerne beschimpft. Diese haben allerdings die Möglichkeit in solchen Fällen einfach aufzulegen. Das wird von der GL so auch akzeptiert. Auch unfreundliche Dienstleister sind eher die Ausnahme. Es kommt einen nur viel mehr vor. Ein Kunde erzählt von einem positiven Erlebnis vielleicht 2-3 Personen davon, von einem negativen bis zu 15 Personen!

    Aber es bleiben Ausnahmen, schließlich sind wir kein Volk von Pöblern.

    @HHBenfica sagte:

    Viele Taxifahrer arbeiten nebenberuflich. Einige haben eriträische Kunstlitaratur(oder ähnliches ;) ) auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung studiert und sind deshalb jetzt Taxifahrer. Des weiteren sind diese i.d.R. abends zu Hause, im Gegensatz zu den Lokführern, die nicht im S-oder Regionaldienst arbeiten. Von "höhere Löhne zahlen können", kann keine Rede sein. Die Unternehmen haben noch nie soviel Gewinne gemacht, wie derzeit. Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer. Wie ein Schweizer Professor für Wirtschaft im TV vor kurzen gesagt hat. Wenn die Wirtschaft ethische Grundsätze, wie eine gerechte Bezahlung nicht mehr einhält, muss sie sich nicht wundern, dass immer mehr Leute das derzeitige System in Frage stellen. Dazu zählen auch die "Nicht-Ethik" bei den extrem überproportional steigenden Gehälter der oberen Manager, Vorstände etc.

    Die meisten Taxifahrer arbeiten hauptberuflich, deswegen verdienen sie noch lange nicht mehr.

    Wenn ich einen Schichtberuf ergreife, dann weiß ich, was auf mich zukommt. Wenn ich das nicht will, muss ich einen Bürojob annehmen.

    Ein eventuell zu hohes Gehalt eines Bahnvorstandes dürfte wohl nicht der Grund für den Streik sein, jedenfalls habe ich noch nicht von der Forderung gehört, dass der Bahnvorstand sein Gehalt senken soll.

    @HHBenfica sagte:

    Genau und diesen Trend muss man brechen. Es gibt keinen Grund dazu.

    (Das Argument der Gewerkschaften, das immer weniger Arbeitszeit, die Arbeitslosigkeit abbaut, ist allerdings falsch)

    Man muss überlegen, ob die Einführung der 35 oder 38,5 Stunden Woche generell sinnvoll war. Es hat sich herausgestellt, dass die durch geringere Arbeitszeit oder auch Altersteilzeit angestrebten Ziele, neue Abeitsplätze zu schaffen, von den Firmen so umgangen wird, dass keine neuen Arbeitsplätze entstehen.

    @HHBenfica sagte:

    Die angeblich hohen Lohnkosten, werden durch die geringe Stückkosten in Deutschland wieder aufgefangen, so dass Deutschland in der Produktivität im weltweiten Vergleich ganz oben steht. Es ist schon so, dass skandinavische Firmen nicht mehr nach Polen etc. gehen, sondern ins Billiglohnland Deutschland.

    Das sehe ich positiv für den Standort Deutschland.

    @HHBenfica sagte:

    Das kommt sowieso.... lasse ich nicht gelten. Das kommt sowieso, weil die Leute sich nicht vernünftig wehren wie in anderen Länder(z.B. Frankreich) oder Skandinavien, wo vermindert noch der Grundsatz Eigentum verpflichtet gilt. Irgendwann wundern sich dann die Leute, weshalb die NPD dann 40% hat und die Linke bundesweit 30%.

    Na ja, dass lasse ich nicht gelten ... Ist doch schon längst eingetreten. Was ist - sich vernünftig wehren ? Etwa das, was die Bahnleute derzeit machen ? Sogar andere Gewerkschaften distanzieren sich mittlerweile von der GDL

    @HHBenfica sagte:

    Winston Churchill hat mal sinngemäß gesagt, "die Deutschen sind ein komisches Volk. Entweder, man hat sie auf den Knien oder an der Gurgel". Er hat Recht damit! Die goldene Mitte gibt es hier nicht.

    Na ja, ob Winston Churchill das auch gesagt hätte, wenn er Deutscher gewessen wäre ? Oder hätte er sich dann gleichermaßen über die Engländer geäußert ?

    Deutschland hat in der Welt wieder eine führende Rolle. Darüber sollten wir froh sein. Dennoch - die "goldenen Zeiten" wo Arbeitnehmer den Arbeitgebern ebenbürtig waren, sind zunächst einmal vorbei. Dem muss ich als Arbeitnehmer Rechnung tragen. Der einzelne Arbeitnehmer weiß heute ganz genau, dass hinter ihm möglicherweise dutzende von Arbeitssuchenden stehen, die gern seinen Arbeitsplatz einnehmen möchten.

    HHBenfica, wir sollten diesen Thread nicht zu "unserem" machen, sondern auch mal andere zu Wort kommen lassen. Ausserdem bewegen wir uns mittlerweile nicht mehr nur im Thema Bahnstreik.

    Gruß, Hardy

  • Erika1
    Dabei seit: 1088985600000
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    geschrieben 1193407813000

    Streik bei der Bahn - in Ordnung.

    Warum wird der Güterverkehr nicht bestreikt?

    Weil man damit die Wirtschaft schädigen würde? Oder weil das - zumindest in den ersten Tagen - weniger spektakulär ist wie die Bilder von tausenden wartenden Fahrgästen in den Bahnhöfen und Staus auf der Autobahn?

    Der Streik wird also doch auf dem Rücken des kleinen Mannes ausgetragen, der auf einen pünktlichen Zug angewiesen ist.

  • MaraIswed
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    gesperrt
    geschrieben 1193413837000

    Um auf ein Problem aufmerksam zu machen muß man (leider) dort ansetzen wo`s am meisten weh tut .......... Güter können nicht schreien und schimpfen ....

  • Erika1
    Dabei seit: 1088985600000
    Beiträge: 9488
    geschrieben 1193415968000

    Ich wollte mehr darauf hinaus, dass Fahrgäste keine Lobby haben, aber die Industrie.

    Würde der Güterverkehr bestreikt, die Zulieferungen ausfallen, der Absatz der Waren rückläufig sein wegen fehlender Transportmöglichkeiten, würde dieser Staatsbetrieb wohl eher eine Lösung finden.

    So hat man es ja "nur" mit Bahnkunden zu tun, von denen die meisten auch noch Verständnis dafür haben, dass im Nahverkehr durch den Streik chaotische Zustände herrschen.

  • carstenW.
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    Beiträge: 7439
    geschrieben 1193416911000

    Hier wird über Taxifahrer gesprochen die Abends zu Hause sitzen. Hardy hat dementsprechend schon geantwortet, daß bei Berufen mit Schichtdiensten man dies vorher wußte. Auch Taxifahrer fahren spät abends oder gar nachts. Ganz zu schweigen von den lauernden Gefahren (Überfall) usw. Es soll jetzt nicht ausufern. Man kommt hier vom hundertsten zum tausendsten. Jedoch Fakt ist, daß man sich immer mal vor Augen halten sollte, wie hoch die bisher eingewilligten Forderungen sind. 10 % mehr Gehalt sind bei 2000 Euro (und Lokführer verdienen mehr) 200 Euro brutto monatlich mehr, im Jahr hochgerechnet 2400 Euro brutte mehr, quasi mehr als ein Monatsgehalt. Und die Forderungen lauten mehr als das 3 fache. Hallo!!! Von einer solchen Lohnerhöhung in der Zahl gesehen müssen manche Familien, denen es finanziell nicht so gut geht, ein Jahr leben können. Anscheinend wird auch hier der Euro mit der früheren DM gleichgerechnet. Man sollte einfach mal realistisch bleiben.

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