Wie verhaltet ihr euch,falls ihr im Urlaub angebettelt werdet?

  • sakura*no*hana
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    geschrieben 1158100553000

    @'Barbara R.' sagte:

    Sorry sakura, so pauschal kann man das nun wirklich nicht sagen. Bei jeder Katastrophe sind die Deutschen Spendenweltmeister. Re. Tsunami oder Flutkatastrophe Oderbruch. Denke an den Spendenmarathon für Kinder in Not bei RTL, der alle Jahre wieder durchgezogen wird.

    LG von Barbara

    Klar, war auch nicht so pauschal gemeint, sondern auf jene, die hier schon angesprochen wurden.Nämlich solche, die sich im Urlaub als Weltverbesserer aufführen und dort ein bisschen Geld verteilen.

    Ich persönlich halte nichts von Spendenmarthon, Weihnachtsspende usw. Das gilt abe nur für mich. Ich mache es so, dass ich jeden Monat etwas spende und nicht nur weil z.B. Weihnachten vor der Tür steht und ich was Gutes tun "muss".

    Ich mag Leute nicht, die behaupten sie möchten unbedingt etwas für Kinder tun, nur weil sie die Lebensverhältnisse hautnah mitbekommen oder mal zur Abwechslung real in die Augen von hungernden Kindern schauen. Sind sie zu Hause brüsten sie sich mit ihrer Hilfsbereitschaft und vergessen ihre guten Vorsätze genauso schnell wieder. Bei so was bekomme ich die Krise. Vor allem weil sie den Kindern so bestimmt am allerwenigsten helfen.

    Das meinte ich.

    LG

  • caribiangirl
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    geschrieben 1158107418000

    Hallo nochmal.

    Über Aussagen wie:Die Touristen,die was geben,kämen sich vor wie Weltverbesserer,geht mir der Hut hoch!

    Man braucht nämlich nix geben.Keiner ist verpflichtet dazu.

    Ich denke mal,wenn man im Gepäck schon einige Klamotten,Stifte,Blöcke usw hat,sollte das reichen.Falls man dann noch etwas an Kleingeld verschenkt,ist das m.M. nach nicht verkehrt.

    Ich sah mich noch nie als "Weltverbesserin",weil ich mal dies oder das verschenkt habe.Ich kam mir dadurch auch nicht super vor und dachte,dass mein Soll jetzt erfüllt wäre!

    Ich oder wir werden allerdings auch nichts mehr an Spenden geben,was von D aus irgendwo hin geht.Beispiel Tsunami.Da kam ja an die Bedürftigen nicht mal ein viertel an!

    Wir sind immer in Touristengebieten mit AI.Wir sind froh,dass es AI gibt,da wir uns sonst solche Reisen nicht leisten könnten.Wir gehören aber trotzdem zu der Sorte,die trotz "alles schon bezahlt" oft das Hotel verlassen und sehr viele Ausflüge machen (NIE durch die Reiseleiter vom Hotel,sondern außerhalb)!

    Ich sehe uns nicht als reich.Die Einheimischen in den Tourigebieten event. schon.Reich ist bei mir,wenn man sich keinerlei finanzielle Sorgen machen muß.

    Die Einheimischen der derzeitigen Urlaube machten mir keinen "verhungerten" Eindruck.Meistens wurde eben nach Geld gefragt,obwohl es auch einige gab,die mit zb Klamotten zufrieden waren.

    Dass es einem deutschen sozial oder Hartz IV Empfänger finanziell besser geht,als jemandem aus einem armen Land,ist klar.

    Trotzdem kann man das m.M. nach so nicht vergleichen.

    Wie hier schon erwähnt wurde,haben wir Glück,dass wir in einem relativ "gesundem" Land geboren wurden.Trotzdem gibts hier auch Armut,sehr viele Obdachlose und das Leben hier ist auch wesentlich teurer,als zb in der Dom.Rep.Die Löhne sind natürlich auch höher hier,was bleibt aber am Monatsende einer Durchschnittsfamilie übrig?

    Wenn ich immer höre,wie gut es uns hier in D geht,bekomme ich fast nen Anfall.Logisch haben fast alle ein Dach überm Kopf,Strom,Wasser usw.Das kostet aber jeden Monat nen Haufen Geld,wofür man sich täglich bis zu 12 Std den Hintern aufreißt.

    Dass sich viele Durchschnittsverdiener dann ein mal jährlich ne Reise leisten,obwohl die Einheimischen des Gastlandes diesen Betrag nicht mal jährlich haben,soll verdient sein.

    Das ist eben so und daran kann keiner was ändern.

    Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.
  • Asia
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    geschrieben 1158132613000

    Ein paar Beispiele ohne Wertung meinerseits:

    Neu Delhi/Gandhigedenkstätte: Eine gutgekleidete Frau kommt zu mir und heftet mir ungefragt eine kleine indische Papierflagge an die Bluse, wofür sie Geld für eine Schule haben will. Da mir das supekt vorkommt, frage ich meinen Fahrer nach seiner Meinung: Er grinst und sagt, ich soll's vergessen - ist ein altbekannter Trick!

    Buenos Aires/Ampelkreuzung: ich werde von schmutzigen, arm aussehenden Kindern umzingelt und angebettelt. Ein Mann kommt sofort zu mir und gibt mir zu verstehen, dass das professionelle Bettler sind und ich auf gar keinen Fall was geben soll. Er war ziemlich wütend auf die Bettlerkinder und hat sie weggejagt.

    Buenos Aires/Plaza de Mayos: Zwei gutgekleidete Frauen kommen auf mich zu und heften mir eine kleine Fahne (diesmal die argentinische) ans Revers und wollen dafür Geld. Gottseidank kannte ich diese "Nummer" schon.

    Ägypten/Fahrt nach Sakkara mit dem Bus: bevor wir aussteigen nimmt uns unsere äg. Reiseleiterin ins Gebet, dass wir auf GAR KEINEN Fall etwas geben sollen, da es die Würde der Ägypter untergräbt.

    Quito/Plaza de San Francisco: ein junger Mann kommt auf mich zu mit eindeutig gefakten Unterschriftslisten und will Geld für ein soziales Projekt. Ich frage, wo das Projekt ist: hier in Quito. Prima, dann lassen Sie uns doch gleich mal hingehen. O, ich habe gar keine Zeit. Übrigens waren die Deppen, die da unterschrieben und bis zu 10 USD gespendet hatten, ausnahmslos deutsche Namen und das auch für viele von uns schwierige Wort "Behindertenwerkstatt" konnte er sogar auf Deutsch.

    Sankt Petersburg/betriebswirtschaftliche Uni: ich nehme an einem Sprachkurs für Geschäftsrussisch teil und gleich in der ersten Stunde werde ich unterwiesen, AUF GAR KEINEN FALL in den ersten drei Tagen Bettlern etwas zu geben bzw. auch nur auf deren Geplapper zu antworten. Erst wenn ich mich quasi "eingesehen" habe, kann ich was an wirklich Bedürftige geben-Orientierung: Handeln von Einheimischen. Und tatsächlich standen jeden Tag die gleichen Verdächtigen an der gleichen Stelle - professionelle Bettler, die aber das Geld abliefern müssen. Habe dann ab und an in einem Metroeingang etwas gegeben, als ich sah, dass Einheimische auch etwas geben. Die Muttchen, die aus blanker Not betteln, haben übrigens nie eine Leidensstory parat, sondern das Kopftuch TIEF in die Stirn gezogen - aus Scham.

    Frankfurt/Main: ich gehe in einer Nebenstraße der Zeil, als mir eine sehr gut und teuer gekleidete ältere Frau (nicht aus D) mit lauter Goldzähnen die Hand zum Geldempfang ganz unvermittelt entgegenstreckt. Bei mir genau an der richtigen Adresse, denn ich habe ihr einfach meine Hand entgegengehalten. Die war so baff, dass sie sich verzog.

    Grenze Kambodscha/Thailand: aus dem bettelarmen Kambodscha von Thais gekaufte!!! Kinder MÜSSEN hier die Touris anbetteln. Je mehr die Touris geben, um so mehr Kinder lohnt es sich zu kaufen (den Eltern abzukaufen).

    Letztes Beispiel: Stadt Bakhtapur in Nepal: Diese Stadt habe ich fluchtartig verlassen, da es von Bettlern nur so wimmelte und es nicht möglich war, auch nur 5 Minuten die alten, übrigens mit deutschen Steuergeldern restaurierten bzw. vorm Verfall gerettenen Gebäude anzusehen. Die Bettler, die sich selbst als "Students" ausgaben wollten mit mir ihr Englsich praktizieren und dafür Geld von mir. Selten so gelacht. Übrigens gab es genug Blödmänner und -frauen, bevorzugt aus dem Commonwealth, die das Spiel mitgemacht haben und sich dabei toll vorkamen.

    Das ließe sich beliebig fortsetzen. Denkt Euch Euren Teil.

    Asia: ---> Der schlimmste Feind im ganzen Land ist der Denunziant!
  • rosi0808
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    geschrieben 1158132855000

    Auf betteln reagiere ich grundsätzlich nicht.

    Wir hatten bisher immer das Glück mit Reiseleiter unterwegs zu sein, die eine soziale Verantwortung hatten.

    Bevor wir in ein Dorf gefahren sind hat uns der Reiseleiter den Vorschlag gemacht vorher Lebensmittel in eine kleinen Lebensmittelgeschäft für die Dorfbewohner einzukaufen. Sie sind dann immer mitgegangen und hat uns beraten, an welchen Lebensmittel es mangelt.Die Erfahrung der Reiseleiter ist nämlich, dass man kein Geld geben kann weil irgenwann die Dorfbewohner Eintritt verlangen würden.

    Auch wenn ich mir persönlich dabei immer etwas komisch vorkomme (da kommt der Touri mit Lebensmittelspenden) finde ich das die beste Lösung.

    Da wir immer darauf achten das diese Ausflüge in einem kleinen Rahmen stattfinden (nicht mit 50 Leuten durch ein Dorf trampeln) und wir auch das Glück hatten, das diese Reiseleiter die Leute und Ihre Bedürfnisse kannten.

    Die Menschen sind so. Andere gibt es nicht
  • Brigitte
    Dabei seit: 1062633600000
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    geschrieben 1158133318000

    @caribiangirl .....13.09.06, 00:30

    -> sehe ich auch so.

    zum Eingangsposting!

    Uns ist das mal in Tunesien passiert. Unser Tischkellner bat uns ein- zwei Tage vor unserer Abreise. Wir sollten einen kleinen Brief an dieses Hotel schreiben wie zufrieden wir mit ihm wären und ein Deutschland- t-shirt reinstecken. Denn die gäbe es bei ihnen nicht.

    In Deutschland angekommen...ich mit dem festen Vorsatz....

    T-shirt kaufen

    Brief schreiben

    rüberschicken

    Dann sah ich, wie viel dieses T-shirt gekostet hätte. 129,- DM. Das war mir dann doch zu viel und ich habs gelassen. Ausserdem hat mein Mann ihm während des Bedienes ab und an immer wieder ein paar Groschen zugesteckt.

    Ich weiß nicht, ob der Kellner wußte, dass die T-shirts bei uns so teuer sind. Ich habs damals auch nicht gewußt.

    Nicht auf das, was geistreich, sondern auf das, was wahr ist, kommt es an. *Albert Schweitzer*
  • Siegfried
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    geschrieben 1158141490000

    Mich hat zwar noch kein Animateur angebettelt. Grundsätzlich gebe ich Bettlern nichts, auch nicht in Deutschland. Auch nicht an das Rote Kreuz. Die verkaufen alles zu horrenden Preisen weiter. Im Senegal auf dem Markt in Dakar,sah ich Original- Spendenpakete aus Deutschland noch mit dem Absender drauf, zum Verkauf.

    Gruß

    Siegi

    s.w.
  • TommyA
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    geschrieben 1158141513000

    @'caribiangirl' sagte:

    Wenn ich immer höre,wie gut es uns hier in D geht,bekomme ich fast nen Anfall.Logisch haben fast alle ein Dach überm Kopf,Strom,Wasser usw.Das kostet aber jeden Monat nen Haufen Geld,wofür man sich täglich bis zu 12 Std den Hintern aufreißt.

    Sorry, aber wenn das echt Deine Meinung ist, dann geschieht Dir jeder Anfall den Du bekommst recht.

    Wer diesen hier und in wenigen anderen Ländern der Erde existierenden Luxus im Überfluß im Vergleich zum Rest der Welt nicht schätzen kann, der ist wirklich arm, sehr sehr arm !

    Gruß

    Tom

  • Brigitte
    Dabei seit: 1062633600000
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    geschrieben 1158145822000

    @'TommyA' sagte:

    Sorry, aber wenn das echt Deine Meinung ist, dann geschieht Dir jeder Anfall den Du bekommst recht.

    Wer diesen hier und in wenigen anderen Ländern der Erde existierenden Luxus im Überfluß im Vergleich zum Rest der Welt nicht schätzen kann, der ist wirklich arm, sehr sehr arm !

    Gruß

    Tom

    um das gings doch gar nicht und das weißt Du ganz genau.

    Nicht auf das, was geistreich, sondern auf das, was wahr ist, kommt es an. *Albert Schweitzer*
  • TommyA
    Dabei seit: 1093996800000
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    geschrieben 1158147021000

    Hallo Brigitte,

    doch ganz genau draum ging es in dem Post caribiangirl, sie hat über ihr schweres Schicksal und die viele Arbeit in Deutschland gejammert......

    Und was ich davon halte habe ich zum Ausdruck gebracht !

    Gruß

    Tom

  • rosi0808
    Dabei seit: 1141689600000
    Beiträge: 225
    geschrieben 1158147157000

    @'TommyA' sagte:

    Hallo Brigitte,

    doch ganz genau draum ging es in dem Post caribiangirl, sie hat über ihr schweres Schicksal und die viele Arbeit in Deutschland gejammert......

    Und was ich davon halte habe ich zum Ausdruck gebracht !

    Gruß

    Tom

    Bravo Tom,

    Ganz meine Meinung.

    Ich nenne das immer jammern auf ganz hohem Niveau!

    Gruss

    Rosi

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